Anna Elisabeth Siesmayer

Anna Elisabeth ‚Elise‘ Siesmayer, geb. Klees (1838 – 1872)
Oelgemälde, zugehörig zum Portrait Heinrich Siesmayer (siehe Abb. oben)
Technik: Oel auf Leinwand
Format: sog. ‚Portrait im gemalten Oval‘
Maße: 350 x 435 mm

Ursprünglich ausgeführt als Ovalbild für einen Rechteckrahmen (s.o.).
Zustand: gut, aber leichte Druckspuren durch Keilrahmen
Künstler: unbekannt 
Provenienz: Nachlass Emma Siesmayer, heute Archiv Palmengarten Frankfurt / M.

Kopie: Es existiert zudem eine Kopie von fremder Hand aus dem Jahr 1997 für Ausstellungszwecke im Palmengarten, um einem Schaden am Original durch die klimatischen Bedingungen des Palmenhauses  vorzubeugen.
Anmerkung: Da sich der Originalrahmen nicht erhalten hat, sind diese beiden Ovalportraits nur provisorisch rechteckig gerahmt, ohne das Passepartout und meist beschnitten bekannt. (Jedes der beiden Portraits übrigens in unterschiedlichem Rahmen, was darauf hindeutet, dass diese sich zwischenzeitlich in unterschiedlichem Eigentum befanden.) Die sichtbaren Spuren auf der Firnis geben den Hinweis auf ein ‚Portrait im gemalten Oval‘. Wir haben die Rahmung beider Portraits hier entsprechend rekonstruiert.
Rekonstruktion: Team sammlunghuebner.de / Bad Vilbel 
Fotos: Peter W. Hübner 2026

 

Elisabeth „Elise“ Siesmayer, geb. Klees (1838 – 1872) war die Ehefrau von Heinrich Siesmayer. Sie heirateten am 18. September 1855 mit einem Altersunterschied von21 Jahren. Ein Umstand, mit dem Beide gut umzugehen wußten. Heinrich Siesmayer in seinen Lebenserinnerungen: “ … Obgleich sich alle Welt über den Altersunterschied verwunderte, tat dies doch unserem gegenseitigen Verständniss, unserem Glücke, keinen Abbruch. Sie war mir von unserem Hochzeitstage an bis zu ihrem Tode die treueste, liebevollste Gattin, durch die allein des Hauses Glück begründet wurde, und deren Andenken unvergesslich bleiben wird. Mit seltener Herzensgüte und Opferwilligkeit sorgte sie nicht allein für mich und ihre Familie. Auch die Armen und Bedürftigen hatten in ihr eine treue, stets bereite Wohltäterin, … „

Sie schenkte Heinrich in ihrem viel zu kurzen Leben neun Töchter und drei Söhne! Und half zusammen mit Ihrer Mutter beim Aufbau der Fa. Gebr. SIESMAYER.
Siesmayer weiter in seinen Lebenserinnerungen: “ … Die junge Frau, die kaum das Institut [Schule] verlassen hatte, musste sich erst in die hiesigen Verhältnisse eingewöhnen und hatte in der ersten Zeit viel Arbeit, da bei schlichter Häuslichkeit eine kleine Oekonomie zu führen war, was ihr bis dahin ganz fremd gewesen. Doch an der Hand ihrer praktischen Mutter, die bei uns wohnte, ging alles aufs Beste von statten. Wir arbeiteten gemeinschaftlich an der geschäftlichen Korrespondenz, häufig bis nachts 1:00 – 2:00 Uhr, …“ 

“ … Es war von jeher mein Wunsch es einmal so weit zu bringen, ein Besitztum für größere Baumschulanlagen mein Eigen zu nennen. Dieser Gedanke beschäftigte mich fort und fort und hat sich erst nach Jahren in dem Vilbeler Anwesen „Elisabethenhain“ verwirklicht. 48 Jahre habe ich im eigenen Geschäft gebraucht, um diese meine Lieblingsidee zur Ausführung bringen zu können. …
… Als ich mich verheiratete, war die Mitgift meiner Frau mir ein Heiligtum. Obwohl ich sie nötig hätte brauchen können, legte ich sie zur Seite und nicht im Geschäft an. Ich bemühte mich vielmehr, sie günstig anzulegen. …

Diese „Glücksgelder“ meiner guten, unvergesslichen Frau setzten mich überhaupt erst in den Stand, meine Lieblingsidee zur Ausführung zu bringen, weshalb auch ihr Andenken im Namen „Elisabethenhain“ für mich und meine Kinder fortleben wird. … „

Elisabeth Siesmayer verstarb 1872 im Alter von nur 34 Jahren. 

Elisabeth Siesmayer war eine Persönlichkeit, der Heinrich Siesmayer nicht nur seine große Familie sondern auch den beruflichen Aufstieg maßgeblich mit zu verdanken hatte.

Diese beiden Ovalpotraits sind die einzigen bekannten Abbildungen der Eheleute Elisabeth und Heinrich Siesmayer. Sie wurden als Doppelportrait aus einer Künstlerhand gefertigt.